Die Burschenschaft Danubia steht nicht mehr im bayerischen Verfassungsschutzbericht, der am Montag veröffentlicht wurde. Sie wird nicht mehr in der Liste der „extremistisch oder extremistisch beeinflussten Organisationen“ geführt. Damit kann Sascha Jung einen ersten Erfolg verbuchen.
Die Burschenschaft Danubia soll nicht mehr im bayrischen Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft werden. Das war die Forderung von Sascha Jung, mit der er im Dezember 2007 vor Gericht gezogen ist. Seit 2001 führen die bayrischen Verfassungsschützer die schlagende Studentenverbindung als „rechtsextremistisch“. Jung war in den 90er Jahren stellvertretender Juso-Landesvorsitzende in Sachsen und Mitglied der SPD. Das hinderte ihn aber nicht daran, gleichzeitig Mitglied des völkisch-sozialistischen „Hofgeismarer Kreises“ zu sein und Verbindungen zur Burschenschaft Danubia zu pflegen.
Diese Verbindungen haben Jung schon einigen Ärger eingebracht. Die SPD wollte ihn 2006 mit Hilfe eines Parteiausschlusses loswerden. Das Berliner Landgericht erklärte diesen Schritt der Sozialdemokraten aber für „rechtswidrig“. Außerdem wurde ihm nach seinem Jurastudium die Aufnahme in den Staatsdienst verwehrt. Jung geht es darum „dem politischen Missbrauch der bayrischen Verfassungsschutzbehörde vor allem für die Zukunft einen Riegel vorzuschieben.“ Deshalb sei die Sache für ihn noch nicht erledigt.
Unterstützung hat Jung vom ehemaligen Ministerialdirigenten und CSU-Mitglied Hans Merkel bekommen. Der hatte die „Initiative Akademische Freiheit“ organisiert. In einem Appell an den Bayerischen Innenminister Günther Beckstein wenden sich die Unterzeichner eines Appells „gegen den politischen Missbrauch des Verfassungsschutzes. „Niemand darf wegen seiner politischen Anschauung benachteiligt oder bevorzugt werden“, heißt es dort in Berufung auf den Artikel 3, Absatz 3 des Grundgesetzes. Ziel der Initiative ist es, das Berufsverbot gegen Jung aufzuheben und die Burschenschaft Danubia zu rehabilitieren. Zuspruch hat Jung auch von Seiten der NPD erhalten.
Doris Silvester
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Die Freiheit der Anderen – taz bricht Lanze für Broder, Kelek und Ates
Written on Dienstag, 09. Februar 2010 um 09:55
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